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Tolling - was ist das?

oder andersherum angefangen:

Was ist es nicht ?


Was wurde zu diesem Thema nicht schon alles geschrieben - in Hunde-Magazinen, im Netz, ja sogar in Büchern!
Tolling ist nicht bzw. hat nichts zu tun mit:
  • schreienden Tollern
  • ungehorsamen Tollern
  • müden bzw. untrainierten Tollern
  • Bällchen hier und Bällchen dort und der Hund macht ansonsten was er will
  • schlechter Wasserannahme - oft gebrauchte Ausrede "er sucht sich einen guten Einstieg"
Der Toller ist der einzige von den 6 Retrieverrassen, der neben der eigentlichen Retrieverarbeit - dem ‚retrieve', der Arbeit nach dem Schuss - noch eine weitere Aufgabe, nämlich das Heranlocken des Wasserwildes in die Reichweite der Flinten des Jägers hat.
Er ist damit - neben dem aus den Niederlanden stammenden Kooikerhondje - die einzig anerkannte Lockhunderasse.
Es ist sehr schade, dass diesem Aspekt sehr wenig - bis gar keine - Aufmerksamkeit bei den klassischen Retrieverrassen gewidmet wird, oft wird es von den nationalen Zuchtvereinen sogar verweigert rassespezifische Prüfungen anzubieten.
Was kann hier helfen? - Aufklärung und das Heranführen von engagierten Tollerführern und Jägern an diese Art der Arbeit.
Im folgenden werde ich versuchen, den Ablauf einer Entenjagd unter zu Hilfenahme von Tolling zu beschreiben und zu erörtern, ich werde dazu auch des öfteren Passagen aus dem Rassestandard zitieren um damit das Komplettbild des Tollers abzurunden.

Als Vorbereitung können auf dem Gewässer Lockenten ausgebracht werden, dann benötigt der Jäger eine natürliche - oder auch künstlich angelegte - Blende von der er den Toller zum Tolling schicken kann oder sich auch mit ihm gemeinsam verbergen kann. Im Anschluss beginnt für den Toller die Arbeit, die im Standard so lapidar in einem kurzen Abschnitt:
Der Lockhund rennt, springt und spielt entlang des Strandes und kann dabei von einer Entenschar uneingeschränkt beobachtet werden. Manchmal verschwindet er dabei aus der Sicht, um schnell wieder zu erscheinen. Hierbei wird er von dem Jäger aus dessen Versteck unterstützt, der dem Hund kleine Stöcke oder Bälle zuwirft. Diese spielerische Aktion erweckt die Neugier der Enten, die in einiger Entfernung von der Küste schwimmen; sie werden somit in die Reichweite der Flintengeschosse gelockt. Der Toller wird dann zum Apportieren der toten oder angeschossenen Vögel geschickt.
zusammengefasst ist.
Ein sehr wichtiger Aspekt während der Tolling-Sequenzen ist, dass der Toller diese Aufgabe vollkommen lautlos durchführt, er hat dabei das Wasser und die darin ausgebrachten Lockenten absolut zu ignorieren.
Er ist/sollte vollkommen auf die momentan anstehende Aufgabe - das spielerische apportieren des Gegenstandes - konzentriert sein.
Diese Art der ‚Arbeit' wird immer wieder unterbrochen, in dem der Toller hinter die Blende kommen muss, hier hat er sich ebenfalls absolut ruhig zu verhalten und darf nicht stören oder gar auffordernd bellen.1)
Um hier zu einem reibungslosen Ablauf zu kommen, kommt dem Toller seine Intelligenz und seine überaus große Gelehrigkeit (Achtung: Positiv wie Negativ) zu Gute.
Der Toller ist sehr intelligent, sehr gelehrig und hat große Ausdauer. ...
Sein ausgeprägter Apportiersinn und sein Spieltrieb sind die unentbehrlichen Grundlagen für seine Lockfähigkeit.

Der im Standard angesprochene ausgeprägte Spieltrieb bleibt dem Toller sehr oft bis ins hohe Alter hinein erhalten.

Hinweis: Es ist geplant hier eine aussagekräftige Fotosequenz einzustellen.
Dies wird allerdings erst passieren, wenn ein Profi eine entsprechende Serie unter unserer Anleitung erstellt hat und diese von uns für gut befunden wurde.

1) Hier werden während des Trainings bzw. während dem Aufbau des jungen Hundes immer wieder sehr viele Fehler gemacht, in dem man dem Toller unkontrolliert Bälle wirft und auf dessen Aufforderung reagiert und der Mensch unversehens zur Ballwurfmaschine seine Tollers degradiert wird. Es empfiehlt sich von Anfang an, auch das Spiel unter gewissen kontrollierten Bedingungen:
  • der Mensch beginnt und beendet das Spiel
  • der Mensch hebt niemals den vor ihm abgelegten Spielgegenstand auf, sondern besteht auf eine Abgabe in die Hand
  • aufforderndes bellen wird ignoriert und mit sofortigem Spielende ‚bestraft'
Nur so kann von Anfang vermieden werden, dass unsere Toller zu Balljunkies ‚verblöden'.