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Ein kurzer Abriss zur Geschichte des Tollers











Zu den ersten Erwähnungen der Toller wurde bereits einiges im Artikel „Ist der Toller ein Retriever?“ gesagt, deshalb hier nur noch einige weitere Hinweise:
In ersten Berichten der Siedler aus Acadia (dem heutigen Nova Scotia) fanden immer wieder kleine rote Hunde Erwähnung, mit denen die dort lebenden Ureinwohner auf Wasservogeljagd gingen. Bei den Ureinwohnern handelte es sich u.a. um Indianer vom Stamm der Mic Mac (deshalb auch unser Zwingername „Mic Mac Hunter’s“). Ob die folgende Legende zu diesen Indianerhunden stimmt oder der Phantasie entspringt wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben. Zumindest aber ist sie eine schöne Geschichte: Die kleinen, roten Indianerhunde sollen die Jagdweise der heimischen Rotfüchse imitiert und dabei die Wasservögel in Ufernähe gelockt haben.

Den Bemühungen eines gewissen Colonel Cyril Coldwell ist es zu verdanken, dass der Canadian Kennel Club (CKC) am 21. März 1945 den Toller in das Register der offiziell anerkannten Rassen aufnahm. Obwohl diese Anerkennung in Canada 1945 erfolgte, konnte erst ab den späten 50er- bzw. frühen 60er Jahren die nachweisbare Historie über registrierte Stammbäume und Ahnentafeln beginnen. Eigenartigerweise gab es nämlich zwischen 1945 und dem Ende der 50er Jahre keine weiteren Registrierungen beim CKC. Ende der 50er Jahre ließ Hettie Bidewell aus Saskatchewan ihre Zuchttiere beim CKC eintragen. Der erste in den Zuchtbüchern des CKC registrierte Tollerwurf erschien im Jahr 1959. Die Eltern dieses Wurfes – Chin-Peek Golden Kim und Chin-Peek Trixie Girl waren Wurfgeschwister.
Über einen Zeitraum von fünf Jahren ließen Hettie Bidewell (Zwinger: Chin-Peek), Eldon Pace (Zwinger: Schubendorf) und Avery Nickerson (Zwinger: Green Meadows, aus dem später der berühmte Harbourlights Zwinger hervorging) neun Toller registrieren, die Eltern dieser Toller waren alle unregistriert.
Die ersten neun registrierten Toller waren:
Chin-Peek Gai Trixi
Chin-Peek Shep
Chin-Peek Golden Kim
Chin-Peek Golden Belle
Chin-Peek Lassy
Chin-Peek Trixie Girl
Majour of Schubendorf
Gem of Green Meadows
Autumn’s Cinderella


Sechs (Chin-Peek) dieser neun individuell registrierten Toller stammten von den selben Elterntieren ab - Nachwuchs von Bidewell’s Flip und Bidewell’s Lady, die ersten Toller von Hettie Bidewell. In den späten 60er Jahren, nachdem sie über ein Jahrzehnt ihren Zuchtstamm aufgebaut hatte, erlitten Hettie Bidewell und die gesamte registrierte Tollerpopulation einen herben Rückschlag, als viele Hunde bei einem Zwingerbrand ums Leben kamen. Gewissenhaft sprach Hettie danach ihre Welpenkäufer an, um Toller zu finden, die noch nicht kastriert bzw. sterilisiert waren. Zeitgleich importierte sie Pat of Schubendorf aus Nova Scotia und begann erneut mit der Zucht. Es ist interessant zu sehen, dass aus diesen neun registrierten Tollern insgesamt 81 registrierte Welpen hervorgingen, und dass mehr als ein 1/3 dieser Welpen – insgesamt 30 – wiederum in die Zucht gingen. Chin-Peek Trixie Girl produzierte zwei registrierte Welpen, von denen wiederum keiner registrierte Tollerwelpen hervorbrachte.
Im Wesentlichen bedeutet dies, dass alle heutigen Tollerzüchter auf lediglich vier unterschiedliche Zuchtlinien zurückgreifen, egal mit welchen Hunden sie heute züchten.
Chin-Peek Golden Lucky Kim repräsentierte den am meisten diversifizierten ‚frühen‘ Stammbaum, er umfasst alle vier Original-Linien.
Wer bei seinem Toller Ahnenforschung betreibt, erkennt, dass viele der heutigen Stammbäume nur wenige Generationen von den ersten neun registrierten Tollern entfernt sind. Dies ist unter dem Gesichtspunkt, dass eine Hundegeneration oft nur zwei bis drei Jahre dauert, doch sehr erstaunlich.

Nach Europa kam der Toller erst 1982 (nachdem 1981 die Rasse auch durch die FCI anerkannt wurde) durch Nete Wunsch (Zwingername: Tueholt).
Sie importierte die ersten Hunde nach Dänemark und machte die Rasse bekannt. Von dort breitete sich der Toller in ganz Skandinavien aus und erfreute sich rasch großer Beliebtheit. Hier gibt es heute die weltweit größte Tollerpopulation.
Der erste Toller in Deutschland war Crofter Luwin v.d. Echtinger Grift, er stammt aus der Zucht von Engelinus Bos und wurde 1990 aus den Niederlanden importiert.

Ein paar Highlights zur Rassengeschichte:

ca. 1650: erste Erwähnung der Entenlockhunde Acadiens
1945: Anerkennung als Rasse durch den CKC
1981: Anerkennung durch die FCI
1982: erste Toller in Europa (Westerlea’s Red Tilly und Westerlea’s Red Shona)
1984: erster Tollerwurf in Europa (Zwinger ‚Tueholt‘ in Dänemark)
1990: erster Toller in Deutschland
1992: erster in Deutschland registrierter Toller (Ronny Luwin v.d. Echtinger Grift)
1996: erster deutscher Tollerwurf (Zwinger: ..of Oskeola)